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100 Pro

D 2001. R,B,D: Simon Verhoeven. K: Jo Heim. S: Nicholas Goodwin. M: Jerome Isma-Ae P: Tatfilm. D: Ken Duken, Luca Verhoeven, Kirk Kirchberger, Darlene Dahl, Mia Coleman, Anika Murjahn u.a.
92 Min. Zephir ab 20.9.01
Von Carsten Tritt Als der jüngst verstorbene Kurt Hoffmann gefragt wurde, ob er es denn bedauere, daß keines seiner Kinder Filmemacher geworden sei, wies er darauf hin, daß zu dieser Arbeit ja Talent gehöre. Ob seine Kinder dieses Talent hätten, sei nicht vorauszusehen. Es gebe zu viele Leute, die Regisseur werden wollten und dann mangels Talent für den Rest ihres Lebens Regieassistent blieben. Da sei es ihm lieber, daß seine Kinder etwas Solides machten.

Hoffmann galt nicht umsonst als einer der ganz Großen der Branche, und wie weise seine oben gemachte Aussage war, wird durch das Schicksal von Simon Verhoeven eindrucksvoll belegt.

Simon Verhoeven ist der talentlose Sohn von Senta Berger und Michael Verhoeven, der bei 100 Pro leider dann doch etwas mehr als die Regieassistenz machen durfte. Daß ihm das Drehen eines Films überhaupt möglich war, dürfte wohl einzig und allein seinem Nachnamen zu verdanken sein. Es besteht allerdings die Hoffnung, daß die Förderung eines seiner Werke ein einmaliges Versehen der diversen Filmförderungsanstalten bleibt.

Was mich am meisten verstört hat, war allerdings die Frage, warum Verhoeven Junior selber auf die Idee gekommen ist, diesen Film zu machen. Da erzählt er die Geschichte von zwei etwas verblödeten Heranwachsenden, die zwei Models anbaggern und sich mit ihnen in einer Neureichen-Disco verabreden, dort aber am Türsteher scheitern. Das Ganze erschien mir zunächst wie eine mißglückte Proll-Komödie ohne Gags. Als nach 20 Minuten immer noch nichts Erwähnenswertes passiert ist, beschloß ich, daß ich vielleicht mit einer falschen Einstellung in den Film gegangen sei. Also: Kopf frei machen, alle bisherigen Eindrücke löschen und 100 Pro eine neue Chance geben. Es half nichts, Mist bleibt Mist.

Richtig fies wird der Film später, wenn die zwei Helden zwei besoffene etwa 14jährige Mädchen abschleppen und bei einer Trunkenheitsfahrt einen Hund töten. Ob der Film hier ins Moralisch-Betroffene abgleiten sollte oder sich der Regieassistent-auf-Lebenszeit-in-spe hier überhaupt nichts mehr gedacht hat, konnte vom Kritiker angesichts der Qualität der dargebrachten Leistung leider nicht eruiert werden. 1970-01-01 01:00
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