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28 Weeks Later

GB/E 2007 R,B: Juan Carlos Fresnadillo. B: Rowan Joffe, Jesús Olmo, Enrique López Lavigne. K: Enrique Chediak. S: Chris Gill. M: John Murphy. P: DNA Films, Figment Films. D: Robert Carlyle, Rose Byrne, Jeremy Renner, Catherine McCormack, Harold Perrineau u.a.
Twentieth Century Fox ab 30.8.07

Zerstückelungsorgie

Von Daniel Albers Sechs Monate nach der vollständigen Evakuierung Großbritanniens nach Ausbreitung des verheerenden Zombievirus' in 28 Days Later kehren die ersten Räumkommandos und fast zeitgleich auch schon die ersten Zivilisten in ihre Heimat zurück, um den Wiederaufbau der nunmehr vermeintlich untotenfreien Insel einzuleiten. Anhand eines Familienschicksals setzt Regisseur Fresnadillo den mit der Verarbeitung grauenhafter Erfahrungen einhergehenden Neuanfang im immernoch gespenstisch verlassenen London optisch eindrucksvoll in Szene. Doch natürlich kommt es anders als es die etwas sehr optimistischen militärischen Planer der Wiederbesiedlung erwartet hatten (und leider auch anders als man es nach dem atmosphärisch dichten Original hätte erhoffen können): Mitnichten ist das Virus gänzlich ausgerottet – es beginnt von Neuem, unablässig zu wüten, um die Neubevölkerung innerhalb kürzester Zeit ebenfalls zu blutrünstigen Zombiehorden mutieren und die noch nicht Infizierten bis zu ihrer Assimilation verfolgen zu lassen. Aber dieses Mal ist man gerüstet: Ohne Rücksicht auf Verluste wird zurückgeschossen, daß es nur so spritzt.

Während 28 Days Later noch erfreulich innovativ war und mit edler Optik, fantastischer Musikauswahl und einer interessanten, Interpretationsspielraum zulassenden Story voller Anspielungen überraschte (z.B. ließ Pasolinis Salò o le 120 giornate di Sodoma grüßen), zudem mit den Traditionen des Genres spielte, ist bei 28 Weeks Later von all dem nur noch das überdurchschnittliche audiovisuelle Design geblieben. Die hier nur noch als ausführende Produzenten involvierten Danny Boyle und Alex Garland (vormals Regie und Drehbuch) haben zugelassen, daß 28 Weeks Later von dem schmalen Grat, den der Vorgänger zu balancieren gemeistert hat, in Richtung überdrehten Splatterhorrors abgerutscht ist. Die wesentlich dünnere Story dient hier nur noch als Aufhänger für allerlei blutrünstige Körperzerstückelungsorgien, auch filmtechnisch zerschnitten in fast nicht mehr wahrnehmbare Einzelteile. 1970-01-01 01:00
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