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3 Engel für Charlie – Volle Power

Charlie's Angels: Full Throttle. USA 2003. R: McG. B: John August, Cormac Wibberley, Marianne Wibberley. K: Russell Carpenter. S: Wayne Wahrman. M: Edward Shearmur. P: Leonard-Goldberg, Flower Films, Tall Trees. D: Cameron Diaz, Drew Barrymore, Lucy Liu, Bernie Mac, Demi Moore, John Cleese, Matt LeBlanc, Robert Patrick u.a.
100 Min. Columbia ab 10.7.03

Diaz-Show

Von Frank Brenner Von der 121-teiligen Kultserie der 70er Jahre ist im zweiten Spielfilmaufguß nicht mehr viel übriggeblieben – außer der gesichtslosen Stimme des Auftraggebers Charlie, im Original heute wie einst Blake Carrington aus dem Denver Clan, John Forsythe. Die Engel des 21. Jahrhunderts gehen mit der Zeit – schließlich hat schon Teil 1 aus dem Jahr 2000 mit seinen außergewöhnlichen Actionszenen für Staunen gesorgt und die Kinokassen klingeln lassen.

Dieser Film beginnt nun wie eine Mischung aus James Bond und Indiana Jones mit einer fulminanten Pre-Credits-Sequenz, die in der nördlichen Mongolei angesiedelt ist. Das Ganze ist dermaßen himmelschreiend unglaubwürdig, daß man die drei sportlichen Amazonen schon in der Matrix wähnt. Doch die langen, computergesteuerten Zeitlupenszenen, in denen alles möglich wird, hat man bereits im ersten Teil als ironisches Stilmittel eingesetzt. Und wenn man Charlie's Angels als spaßige Alles-ist-möglich-Hatz durch das Action- und Special-Effects-Kino des Jahres 2003 versteht, kann man durchaus Gefallen an dem Film finden.

Die drei Hauptdarstellerinnen gehen mit dermaßen viel Freude an die Wiederbelebung ihrer Rollen heran, daß sich ihr grenzenloser Enthusiasmus zumindest in der ersten Hälfte auf das Publikum überträgt. Vor allem Cameron Diaz, die als leicht tölpeliger Dauerwonneproppen nur mal kurz ihr breites Grinsen aufsetzen muß, um die Leute auf und vor der Leinwand für sich zu gewinnen. Die Rasanz der ersten Hälfte des Films, in der die Handlung eher noch nebensächlich ist und man mit kurzen und knackigen Episoden bei Laune gehalten wird, geht im Laufe der Zeit allerdings ein wenig verloren. Dann werden immer mehr Nebenfiguren eingeführt, die alle das gleiche Ziel verfolgen: zwei mächtige Ringe in ihren Besitz zu bringen. Mit dieser Prämisse als roter Faden kämpfen die Engel gegen einen durch acht Jahre Gefängnis gestählten Ex-Liebhaber, der wie weiland der T-1000 unbeschadet durch Flammenmeere stiefeln kann, gegen den dünnen Mann des ersten Teils, der einem Haarfetisch fröhnt und auch ansonsten sehr spleenig daherkommt, und gegen zahlreiche andere. Insgesamt ist das alles ganz nett anzuschauen, hinterläßt aber dennoch einen schalen Nachgeschmack. 1970-01-01 01:00
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