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8 Mile

USA 2002. R: Curtis Hanson. B: Scott Silver. K: Rodrigo Prieto. S: Jay Rabinowitz. M: Eminem. P: Image Entertainment. D: Eminem, Kim Basinger, Mekhi Phifer, Brittany Murphy, Evan Jones u.a.
111 Min. UIP ab 2.1.03

Authentischer Rap

Von Michael Leuffen Mit großmäuligen Raps und genial produziertem HipHop avancierte Marshall Mathers III. alias Eminem zu Amerikas erfolgreichstem weißen Rapper. Nach zahlreichen Grammy- und MTV-Awards schielt der aus Motor-City Detroit stammende Musiker nun durch seine eindrucksvolle schauspielerische Leistung im Film 8 Mile auf einen Academy-Award.

Die von L.A. Confidential-Regisseur Curtis Hanson realistisch in Szene gesetzte Geschichte um den Rapper Jimmy, der mit HipHop aus den Slums Detroits entkommen will, ähnelt dabei in weiten Teilen der frühen Vita des Rap-Superstars, der schon in den Popcharts erfolgreich über sein Leben in den Trailerparks am Rande Detroits berichtete. Mit 8 Mile visualisiert Eminem jetzt erstmals sein ehemaliges Dasein als junger aufstrebender HipHopper jenseits der 8 Mile, der Straße, die in Detroit die reicheren, mittelständigen Stadtteile von den heruntergekommenen Hoods trennt.

Dabei zeigt sich, daß der rappende Bad Boy auch auf der Leinwand das am besten versteht, was ihn in der Popkultur zum Megaseller macht: das Rappen. Denn jenseits der zu Beginn und zum Ende des Films zu sehenden HipHop-Battle-Szenen, in welchen sich der weiße Jimmy vor schwarzem Publikum mit schwarzen HipHop-Mcs verbal duelliert, hat der Film nichts Sehenswertes zu bieten. Die um diese beiden zentralen Szenen gestrickte Story um seine alkoholkranke, von Kim Basinger gespielte, Mutter Stephanie, seine Liebe zu einem Modelluder und diverse Konflikte mit schwarzen Gangster-Rappern speist sich ausschließlich aus Stereotypen, die bestenfalls zum Schmunzeln animieren.

Bleibt nur zu hoffen, daß auf die Synchronisation der beiden großen Rapszenen verzichtet wurde, damit nicht auch die realistisch und dokumentarisch brillant gedrehten Momente des Films zu einer unfreiweilligen Komödie verkommen. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #29.

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