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Verrückt nach Mary

There's Something About Mary. USA 1998. R,B: Peter Farrelly, Bobby Farrelly. K: Mark Irwin. M: Jonathan Richman. D: Cameron Diaz, Ben Stiller, Matt Dillon, Lee Evans u.a.
120 Min. Fox ab 29.10.98
Von Mark Stöhr Achtung, dieser Film ist eine Stimmungsbombe! Sie werden ihn einfach hassen, wenn Sie nicht in heiterer Comedy-Laune sind, im umgekehrten Fall wird Ihnen der Schweiß ausbrechen von den unablässig über Sie einstürzenden Lachgewittern. In jedem Fall werden Sie diesen Film schnell vergessen, denn er ist belangloser Bullshit in einem bislang selten gesehenen Ausmaß, aber abgefahren komisch und fast schon terroristisch zwerchfellerschütternd.

Im Mittelpunkt steht der Mega-Loser Ted, dessen massive Neurosen jeden Psychiater das Weite suchen lassen. Er hat alles verpaßt in seinem Leben bis zu dem Tag, an dem es ihm gelingt, Mary, das bezauberndste Mädchen der Schule, als ihren Tanzpartner zum Abschlußball zu begleiten, genauer gesagt: fast gelingt. Jahre vergehen, Ted kann Mary nicht vergessen. Ted engagiert den Privatdetektiv Pat Healey, der Mary in Miami aufstöbert und sich unsterblich in sie verliebt. Als Ted Pats Berichten, Mary sei fett und häßlich und habe vier Blagen am Hals, nicht mehr traut, steigt er in den Flieger nach Miami, wo ihn nicht nur eine umwerfende Cameron Diaz erwartet.

Was Verrückt nach Mary mit anderen schmonzigen Komödien dieser Liga gemeinsam hat, ist die Instrumentalisierung der sowieso schon dünnen Story als bloßen Anlauf zur dreifachen Gagschraube, im Unterschied zu diesen aber, schraubt Verrückt nach Mary einen Gag immer noch eine Umdrehung weiter, bis die Filmfiguren und mit ihnen die Filmzuschauer gleichermaßen nicht mehr wissen, wo hinten und vorne ist. Das Ganze mit einem Mut zu bösen Geschmacklosigkeiten und groben politischen Unkorrektheiten, die einen zwar immer mal wieder verwundert die Augen reiben lassen, aber niemanden so richtig schmerzen. Das tut schon der Bauch, wenn man nur will. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #12.
© 2012, Schnitt Online

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