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Superbad

USA 2007. R: Greg Mottola. B: Seth Rogen, Evan Goldberg. P: Judd Apatow, Shauna Robertson. K: Russ T. Alsobrook. S: William Kerr. M: Lyle Workman. D: Jonah Hill, Michael Cera, Christopher Mintz-Plasse u.a.
113 Min. Sony ab 3.10.07

Ein Nerd kommt selten allein

Von Constanze Frowein Seit seiner frühesten Kindheit verdeutlicht einer der drei pubertierenden Nerds aus Superbad in Zeichnungen eines: die Dominanz des Sexes im Leben eines Heranwachsenden. Penisse in allen Größen und Formen kämpfen sich durch alle möglichen Lebenslagen, ersetzen jegliches menschliches Lebewesen, seien es Musiker oder Soldaten. In Superbad besteht die Außenseiter-Clique einer amerikanischen Highschool aus dem peniszeichnenden Seth, dem intellektueller und sensibler gepolten Evan und dem ängstlichen Sonderling Fogell. Nur in der Fantasie erleben die Drei längere Gespräche mit weiblichen Mitschülern – von orgiastischen Parties ganz zu schweigen. Diese Lichtjahre entfernt scheinende wilde Welt wird sich den drei Außenseitern aufgrund des Versprechens der Beschaffung von alkoholischen Getränken im Laufe des Films – teilweise bedrohlich – annähern.

Scheint einem die derbste Jugendsprache des Films anfangs zu überschütten, können einem einige Wendungen der Handlungen sogar ein Schmunzeln entlocken: etwa, wenn der feige Nerd Fogell auf einem nächtlichen Streifzug mit spielkindischen Cops alle Regeln des Gesetzes überschreitet. Der verliebt scheinende Evan wiederum wird von seinem Objekt der Begierde überrumpelt, indem dieses alle offenbar vor dem Spiegel antrainierten »Wie-mache-ich-besonders-scharf«-Posen an Evan erprobt und letztendlich das genaue Gegenteil erreicht. Eine Spiegelung des zu erwartenden Publikums an dieser Stelle mag wohl im Sande verlaufen, doch die didaktischen Grenzen eines Films bleiben ohnehin eine knifflige wie auch fragwürdige Angelegenheit: Der Schlüssel zur Party scheint zu Anfang der Alkohol, doch wird dieser durch die bekennende Abstinenz der Gastgeberin am Ende eben nicht die Eingliederung des Nerd-Daseins bedeuten. Vielleicht zeigte doch der Slacker Napoleon Dynamite im gleichnamigen Film viel eher, wie man es schafft, ein cooler Typ durch uncooles Auftreten zu werden, ohne es überhaupt anzustreben. 1970-01-01 01:00
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