— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Zack & Miri Make a Porno

USA 2008. R,B,S: Kevin Smith. K: David Klein. M: James L. Venable. P: View Askew Productions, The Weinstein Company. D: Elizabeth Banks, Seth Rogen, Jason Mewes, Jeff Anderson, Traci Lords, Ricky Mabe, Craig Robinson, Katie Morgan u.a.
101 Min. Senator ab 13.8.09

Blümchensatire

Von Jakob Stählin Der menschliche Körper und die perfide Gier der vor Libido platzenden Spaßgesellschaft nach der Ablichtung von eben jenem in eindeutigen Posen ist ein solides Geschäft. Soviel sollte klar sein. Dieses jedoch als legitimen Weg aus einer kleineren finanziellen Misere zu wählen ist ein seltsamer Ansatz. Kevin Smith läßt seine beiden Hauptcharaktere jedoch genau dies tun. Als Princess Lay-Her und Hung Solo wollen diese mit »Star Whores« wieder grüne Zahlen schreiben.

Zack and Miri Make a Porno: Was für ein PR-trächtiger Titel! Hierzulande mag das zwar nur für müdes Kichern sorgen, doch in den USA, wo Kevin Smiths neuester Film bereits im Herbst letzten Jahres zu sehen war, sorgte die Namensgebung durchaus für Furore. Die erste Plakatserie zum Film wurde aufgrund angedeuteten Oralsex' gar direkt aus dem Verkehr gezogen und mußte so in Kanada verwertet werden.

Das ist alles freilich hochgradig verlogen, denn wie Zack im Film so wunderbar die Rentabilität von Pornographie erläutert: »Everybody wants to see anybody fuck.« Es ist daher einerseits ein sehr feiner Schachzug, daß Smith seine Groteske im Gestus der jüngeren Apatow-Erfolge inszeniert, deren Geist Zack and Miri Make a Porno ohnehin aufgrund starker Überschneidungen in der Besetzung versprüht, denn wie diese zeichnet sich der Film gerade durch seine Leichtigkeit und moralische Integrität aus, derer sich auch der kleinbürgerlichste Spießer nicht vollends zu entziehen vermag. Andererseits nutzt der Film diesen Ansatz kaum und bleibt trotz seiner angestrengten Anrüchigkeit lediglich eine Aneinanderreihung von zwar durchaus gelungenen Momenten, mit teils toll pointierten Dialogen und einem hervorragenden Jason Mewes, der jede Szene zu stehlen vermag, doch im Ganzen aufgehen mag das wackelige Konstrukt nicht.

Man kann froh sein, daß sich ein Tiefflieger wie Clerks 2 nicht als Status Quo einstellte, doch es ist auch schade, daß ein so wortgewandter und leichtfüßiger Regisseur wie Kevin Smith seine Unangepaßtheit zur himmelschreienden Methode macht und sich am Ende selbst verrät. Zack and Miri Make a Porno ist gute Unterhaltung, doch es will, es soll und es muß bittere Satire sein, die man leider vergeblich sucht. 2009-08-10 10:30

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #55.

Medien

© 2012, Schnitt Online

Sitemap