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Nuit de chien – Diese Nacht

F/D/P 2008. R: Werner Schroeter. B: Gilles Taurand. K: Thomas Plenert. S: Julia Grégory, Bilbo Calvez. M: Eberhard Kloke. P: Alfama Films, Filmgalerie 451, Clap Filmes. D: Pascal Greggory, Bruno Todeschini, Amira Casar, Jean-François Stévenin, Marc Barbé, Sami Frey, Elsa Zylberstein, Nathalie Delon, Bulle Ogier, Lena Schwarz, Pascale Schiller u.a.
118 Min. Filmgalerie 451 ab 19.3.09

Ich sterbe, also bin ich

Von Mark Stöhr
Es beginnt, wie es endet, mit einem Zitat von Shakespeare: »Von allen Wundern, die ich je gehört, scheint mir das größte, daß sich die Menschen fürchten; da sie doch sehen, der Tod, das Schicksal aller, kommt, wann er kommen soll.« Damit sind die transzendenten Pfeiler des jüngsten Films von Werner Schroeter abgesteckt, der mehr ein düsteres Ölgemälde ist denn eine fortschreitende kinematographische Erzählung. Der Tod und die Angst der Menschen davor, ihr Kampf ums Überleben, der in die Selbstzerstörung und gegenseitige Vernichtung mündet – davon handelt Nuit de chien – Diese ……


Wanderer zwischen den Welten

Von Daniel Bickermann
Der heimgekehrte General berichtet von der Auflösung aller Fronten, ohne zu merken, daß in der Hauptstadt längst ähnliche Zustände herrschen: Der Feind mag noch eine Nacht auf sich warten lassen, doch die allgemeine Disintegration ist bereits angekommen.

Es ist das passende Sujet für den Großversuch Werner Schroeters über die Aufhebung aller künstlerischen Beschränkungen. Er hat verstanden, daß die Kunstform des Films, die ohnehin schon ein gewaltiges Medienkonglomerat ist, die einzig mögliche Absprungrampe zum Gesamtkunstwerk im Sinne Richard Wagners ist; und der Regisseur selbst, ……


Allegorie auf Leben und Tod

Von Eleonóra Szemerey
Am Anfang ist der Kreisschwenk. Ein bedächtiger, wissender, zeigender. Exemplarisch führt er ein in ein eigenwilliges Werk aus Bildern und Tönen in assoziativen Collagen. Als stummer Erzähler verweist er auf zentrale Motive der folgenden zwei Stunden: Wir sehen Teufel, Menschen, Folter und Blut, makaber verflochten mit jugendlicher Unschuld, zärtlich forschender Lust und großer Musik. Mystisch angehauchter Körperkult, omnipräsente (Homo-)Erotik und ambivalent inszenierter Sadismus geleiten in eine Filmwelt, in der es um nichts Geringeres geht als um den Menschen und seine Leidenschaften, ……

Medien

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