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Alle anderen

D 2008. R,B: Maren Ade. K: Bernhard Keller. S: Heike Parplies. P: Komplizen Film. D: Birgit Minichmayr, Lars Eidinger, Hans-Jochen Wagner, Nicole Marischka u.a.
124 Min. Prokino ab 18.6.09

Kein Ufer, nirgends

Von Susan Noll
Die ersten Szenen in Maren Ades zweitem Film Alle anderen trügen. Da sieht man ein junges Paar mit zwei kleinen Kindern in ihrem Sommerhaus. Es ist ein bekanntes Bild, eine typische Familie zwischen Knatsch und Liebhaben. Sie stehen ihnen gut, die Kinder, aber irgendetwas paßt nicht in dieses Bild, die Sonne scheint viel zu hell, die beiden jungen Leute sind viel zu jung, und irgendwie sieht das alles doch zu glücklich aus. Der Streit kommt gleich im nächsten Moment. Gitti, die energiegeladene junge Frau, bringt der kleinen Rebecca bei, wie man jemanden richtig anschreit. »Ich hasse dich, ……


Ich sind die anderen

Von Oliver Baumgarten
Menschen richten ihr Ich gerne an anderen aus. Durch die Beobachtung des Verhaltens und der Eigenschaften anderer versuchen sie, ihren Platz in der Welt zu finden, versuchen Moden, Idealen und Vorbildern nachzueifern beziehungsweise sie extra zu vermeiden und verlieren darüber zuweilen den Blick auf das Eigene, auf das, was ihr Selbst ausmacht.

Gitti und Chris, die Protagonisten in Alle anderen, haben mit ihrem gemeinsamen Lebensentwurf auch noch so ihre Probleme. Er, Chris, macht eher auf intellektuell, ist Architekt, verabscheut Fernsehen und hat für Spontaneität nicht allzuviel über. ……


Beziehungsfilm, später

Von Werner Busch
Zwei Stunden geballtes Drama, das sich in kammerspielartiger Inszenierung sehr stark, beinahe ausschließlich, auf seine Hauptfiguren konzentriert, braucht zur Vollendung ebenso konzentrierte Szenen. Sidney Lumet erreichte diese durch ein ausgefeiltes Drehbuch und eine sehr präzise Schauspielführung: jede Geste, jeder Gang ist genauestens mit der Kamera abgestimmt, jede Dialogzeile genauestens moduliert.

Einige Kinojahre später sind es dann Filme wie Andreas Dresens Halbe Treppe, die es mit einem entgegengesetzten inszenatorischen Ansatz ebenfalls schaffen, zu einer solchen Konzentration ……

Medien

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