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Unter dir die Stadt

D 2010. R,B: Christoph Hochhäusler. B: Ulrich Peltzer K: Bernhard Keller. S: Stefan Stabenow. M: Benedikt Schiefer. P: Heimatfilm. D: Robert Hunger-Bühler, Nicolette Krebitz, Mark Waschke, Wolfgang Böck, Corinna Kirchhoff, Michael Abendroth, Angelika Bartsch, André Dietz u.a.
105 Min. Piffl ab 31.3.11

Hochkultur und Hochfinanz

Von Oliver Baumgarten
Holzvertäfelte Büroräume in vollverglasten Hochhausetagen, in denen ein unauffälliger Kellner den in teuersten Anzügen gekleideten Bankenmanagern besten Wein zu millionenschweren Übernahmegesprächen kredenzt. Und unter ihnen liegt die Stadt, nichtsahnend und scheinbar hilflos den Auswirkungen dieses munteren pekuniären Treibens ausgesetzt. In dieser Welt gehört Roland Cordes zu den Hausherren. Frisch zum Banker des Jahres gekürt beherrscht er die Spielarten der Macht ebenso wie die lässige Nonchalance allem implizit Moralischen gegenüber. Sein Denken und Handeln ist dem Diktat klarer ……


Aus meiner Festung

Von Carsten Happe
Als Dieter Wedel vor Jahresfrist seinen Zweiteiler Gier vorstellte, war die Enttäuschung groß angesichts des Kasperle-Theaters, mit dem er in allzu groben Strichen die Finanzwelt karikierte und stets in einem Zustand der Hysterie durch seine Hochstaplerfarce hechelte. Unter dir die Stadt dagegen ist kühl, glatt und distanziert, ebenso erratisch wie seine Figuren und Beziehungen. Es liegt eine bestechende Zweckmäßigkeit und Kausalität in den Handlungen der Protagonisten wie Roland Cordes und Oliver Steve, nicht allein in den Alltagsdingen, sondern auch im großen Lebensplan. Hier die Verbindung ……


Stadt aus Glas

Von Lena Serov
Die Stadt als gläserne Fassade verweist nicht nur auf die moderne Architektur als Ort des Kapitalismus, in der Hochfinanz, Macht und Kommerz beheimatet sind. Sie ist zugleich auch eine der zentralen Metaphern der (Post-)Moderne für die Durchlässigkeit und Undurchsichtigkeit urbaner Räume und dient als Projektionsfläche für die Sehnsüchte und Träume ihrer Bewohner. Unter dir die Stadt bildet diese Oberflächen ab, an der sich die Punkte der zusammenlaufenden Geschichten kristallisieren. Der Film antizipiert auf zurückhaltende Weise die Exzesse der noch nicht lange zurückliegenden Bankenkrise. ……

Medien

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