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Urville

D 2009. R,B,S: Angela Christlieb. K: Yvonne Mohr. M: Eric Hubel, Wharton Tiers, Stereo Total. P: Flying Moon Filmproduktion.
82 Min. Flying Moon ab 18.11.10

Drei Orte. Nirgends.

Von Cornelis Hähnel Utopia, Atlantis, Ys. Die unstillbare Sehnsucht nach paradiesischen Orten läßt immer wieder neue Legenden entstehen. Gilles Trehin hat mit Urville die modernste Stadt der Welt erdacht, die nach Sonnenuntergang aus den Fluten des Mittelmeers emporsteigt. Inspiriert von den Aufzeichnungen Trehins hat sich die Regisseurin Angela Christlieb auf die Suche nach diesem fiktiven Ort gemacht und ist in den ländlichen Regionen Frankreichs gleich dreifach fündig geworden. Zwar hat sie dort nicht das Glück gefunden, aber enorm viel von selbigem gehabt. Die Eigenwilligkeit ihrer Protagonisten ist derart absurd (darunter ein Bürgermeisterkandidat im traditionellen Häuptlingsgewand), daß man kaum an Zufall glauben mag. Das zugleich spleenige wie alltägliche Treiben der Dörfer kontrastiert sie mit stilisierten Großstadtbildern und Details über die Lebensbedingungen in Urville aus dem Off. Dadurch entrückt einerseits das dokumentierte Geschehen – zumindest partiell – auf seltsame Weise der Realität und zugleich erscheint die Vision von Urville als erlebbar. Und letztlich ist es ein Film über die unvorstellbaren Variationen des Lebens. Ganz einfach. 2010-11-18 20:05

Info

gesehen auf dem Filmfestival Max-Ophüls-Preis 2010

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #58.
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