— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Dom zly

PL 2009. R,B: Wojciech Smarzowski. B: Lukasz Kosmicki. K: Krzysztof Ptak. S: Pawel Laskowski. M: Mikolaj Trzaska. P: Film It, Polish Film Institute, SPI International. D: Arkadiusz Jakubik, Marian Dziedziel, Kinga Preis, Bartlomiej Topa, Katarzyna Cynke, Robert Wabich, Robert Wieckiewicz, Krzysztof Czeczot u.a.
105 Min.

Abgründe

Von Cornelis Hähnel Polen, 1978 und 1982. Diese Zeitspanne trennt einen Mord und die damit verbundenen Ermittlungen. Hauptverdächtiger ist Edward Środoń, der zum Spielball der Polizei wird, die wiederum vielmehr darum bemüht ist, andere Verbrechen zu vertuschen.

Dom zly ist ein unbequemer Film, die Dunkelheit nur der hellste Punkt der Finsternis. Es geht um das zutiefst Böse der menschlichen Seele, um Schuld und Gier, um Rache und Korruption. Ein ungeschönter Blick auf das Leben, ein Thriller und zugleich ein Portrait Polens zu Zeiten der kommunistischen Ära. Seltsam verschlungen ist die Handlung, undurchsichtig und doppeldeutig, realistisch und metaphorisch zugleich. Regisseur Wojciech Smarzowski spannt die Grenzen der Belastbarkeit, immer wieder übersteuert er das Dramatische mit dem Regler der Groteske und verlangt dem Zuschauer so einiges ab. Eingefangen ist das Geschehen in eindrucksvollen Bildern des Kameramanns Krzysztof Ptak, welcher sich von den Gemälden Bruegels inspirieren ließ (insbesondere den Winterlandschaften) und es so vollbringt, den eiskalten Inszenierungsstil Smarzowskis noch zu intensivieren. Für Polens Kritiker war das der Film 2009 und in der Tat, die Kompromißlosigkeit von Dom zly vergißt man nicht so schnell. 2010-12-29 09:27

Info

gesehen auf dem Norske Filmfestivalen in Haugesund

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #60.
© 2012, Schnitt Online

Sitemap