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Come Rain, Come Shine

Saranghanda, Saranghaji Anneunda. ROK 2010. R,B: Lee Yoon-ki. K: Jang Hyeong-wook. S: Kim Hyeong-ju. P: B.O.M. Film Productions Co., East Gate Partners. D: Lim Soo-jung, Hyan Bin, Ha Jung-woo, Kim Hye-ok, Kim Ji-su, Kim Jung-ki, Yu Jin-young.
105 Min.

Sich im Regen regen

Von Oliver Baumgarten Ein Paar im Auto, es bespricht Alltägliches, minutenlang. Plötzlich sagt sie ihm, es sei vorbei, es gebe einen Neuen, und in einigen Tagen ziehe sie aus dem gemeinsamen Haus. Fast regungslos nimmt er es hin und klammert sich an eine lähmende Routine, die bald nicht mehr sein wird.

Bestimmt zehn Minuten dauert diese ungeschnittene, statische Einstellung durch die Windschutzscheibe, und doch ist man gefesselt von dem, was sie erzählt, wie sie Ausdruck wird vom Fluß der Gewohnheit, in den sich dessen Leben verwandeln kann, der sich allzu konsequent an Sicherheiten klammert. Später verbringen die beiden ihren letzten gemeinsamen Tag im Haus. Während es draußen unaufhörlich regnet, packen sie ihre Sachen, kochen zusammen, erinnern sich. In extrem reduziertem Tempo und mit nur wenig Dialog zeichnet Lee Yoon-ki das atmosphärisch fesselnde Bild eines emotional paralysierten Paares und dessen Furcht, Entscheidungen zu treffen. Am Ende schließlich bringt die Katze der Nachbarn etwas Leben und Wärme in die tristen Räume, in kurzen irritierenden Inserts scheint die Sonne ins Haus, und das Zwiebelschneiden entlockt dem Mann ein paar Tränen: Alles könnte schön sein. Dieser Film ist es allemal. 2012-01-11 08:45

Info

gesehen auf den 61. Internationalen Berliner Filmfestspielen

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #62.
© 2012, Schnitt Online

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