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Rancho Texas

D 2010. R,B,K: Justus Pasternak, Pencil Quincy. M: Friedrich Paravicini.
24 Min.

Dynamit-Mann

Von Mary Keiser Bronson. Schon die Wortmelodie klingt nach Macho. In der Rolle des wortkargen, beinharten Westernhelden steckte viel von ihm selbst. Daß er sein Privatleben nicht in der Öffentlichkeit ausbreitete, hat ihn vollends zur Kultfigur gemacht.

Justus Pasternak und Pencil Quincy enthüllen nun unglaubliches Filmmaterial: Bronson privat. Ein ganz normaler Tag auf seiner Ranch. Er mistet den Stall aus, repariert das Dach. Im Wohnzimmer läuft eine Bronson-Doku, er hat sich nie doubeln lassen. Ein keineswegs subtiler Hinweis darauf, daß wir natürlich nicht den wahren Bronson sehen. Subtil ist hier eigentlich nichts, mit voller Absicht, um die Ironie des Ganzen hervorzuheben.

Schmunzelt man zunächst bei der Vorstellung, das sei wirklich der Star bei der Heimarbeit, schleichen sich nach und nach verwirrende Elemente ein. Der vierschrötige Kerl beginnt, Schlager auf dem Akkordeon zu spielen. Auf dem Höhepunkt des Films schlägt die Belustigung in Betroffenheit um. Es ist geradezu blasphemisch, daß ein Mann, der aussieht wie Charles Bronson, auf einer Westernshow volltrunkene Touristen erheitert.

Die Dokufiction über den Schauspielstar stellt sich als Dokumentation über das wesentlich weniger glamouröse Leben des Robert Kovacs heraus. Sehr interessant. 2012-01-11 16:59

Info

gesehen auf dem International Shortfilm Festival Nijmegen

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #62.
© 2012, Schnitt Online

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