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7. Shortmoves-Festival

Halle
26.-27.10.07

Kurzfilm in Halle

Von Gerd Naumann Kurzfilmfestivals gibt es einige. Eines der bekanntesten ist das Internationale Kurzfilmfestival Berlin, das dieser Tage bereits zum 23. Mal ausgerichtet wurde. Doch auch fernab der Hauptstadt gibt es mittlerweile ernstzunehmende Bemühungen. So wird es auch im kommenden Jahr wieder eine Neuauflage des Landshuter Kurzfilmfestivals geben. Darüber hinaus gibt es viele kleinere, jedoch nicht minder relevante Bestrebungen, den Kurzfilm zu fördern und den Filmschaffenden wahlweise durch Jury- oder Publikumspreise die notwendige Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Nach diesem Prinzip funktioniert auch das Shortmoves-Festival, das sich in Halle (Saale) mittlerweile als feste Größe in der Kulturlandschaft etablieren konnte. Bereits zum siebenten Mal wurden die »Shortmoves« junger Filmemacher gezeigt, die wiederum von Publikum und Jury bewertet werden. Am 26. und 27. Oktober wurden im Halleschen Puschkino die Beiträge gezeigt. Nachdem es in den letzten Jahren einen eher rückläufigen Publikumszuspruch gab, ist der Veranstalter René Langner in diesem Jahr vollauf zufrieden. »Beide Tage waren voll ausverkauft«, so Langner.

Die maximale Filmdauer der eingereichten Beiträge durfte auch in diesem Jahr 15 Minuten nicht überschreiten. Bei etwa 250 eingereichten Beiträgen war es für die Organisatoren keine leichte Aufgabe, eine repräsentative Auswahl zu erstellen. Schließlich schafften es 21 Filme aus acht Ländern in das Programm. Mit sechs Beiträgen waren spanische Produktionen in diesem Jahr zahlreich vertreten.

Insgesamt hatten alle Beiträge eine hohe Professionalität, und es war, vor allem auch bei kleineren Produktionen, die Liebe zum Detail und zum Thema zu spüren. Die Auswahl der Filme zeigte, daß nicht zwangsläufig ein großes Budget für den künstlerischen Erfolg notwenig ist. Letztendlich waren es die spanischen Beiträge, die sowohl Publikum wie auch Jury überzeugten. Der Gewinner des Jurypreises war El gran Zambini. Der Film von Igor Legaretta und Emilio Pérez war »auf hohem filmischen Niveau«, so Jurymitglied Raimar Oestreich. Mit einer hauchdünnen Mehrheit konnte Sintonia von Jose Mari Goenaga die Publikumsentscheidung für sich gewinnen. Beide Gewinnerfilme dürften bekannter sein, denn sie waren in den vergangenen Jahren schon des öfteren auf internationalen Festivals zu sehen und wurden mit Preisen bedacht.

Shortmoves ist ein kleineres Festival, dessen Stärke vor allem in der entspannten Atmosphäre liegt. Es ist immer wieder eine Freude, sich inmitten der Zuschauer im Foyer zu drängeln und sich in den Pausen über die gesehenen Filme zu unterhalten. Zu spüren war auch dieses Jahr, daß es den Zuchauern weniger um technische Überprofessionalisierung als vielmehr um spannende Geschichten und individuelle Erzählperspektiven geht. Es ist zu hoffen, daß sich dieser Charakter auch in den kommenden Jahren bewahren läßt. Zu wünschen wäre es dem sympathischen Veranstalter René Langner. 2007-11-05 14:05
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