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Diagonale 2012

Festival des österreichischen Films.
A 2012. L: Barbara Pichler.
Graz, 20. – 25.3.12
04

Matt

Von Christine Dériaz
Kurz vor Schluß, während sich schon die meisten auf die abendliche Preisverleihung vorbereiten, nochmal ins Kino, Nr.7 von Michael Schindegger erweist sich als Doku, die mehr will, als sie dann sinnvoll bieten kann. Der Regisseur zeigt das Wohnhaus, in dem er schon immer gelebt hat, und aus dem er bald ausziehen wird. Zu diesem Anlaß nimmt er sich vor, seine Nachbarn (besser) kennenzulernen. Was aber, trotz gut kadrierter, feiner Bilder, bleibt, ist ein bunter Anekdotenreigen, in dem neugierig die ihm unbekannten Bräuche seiner jüdischen Nachbarn gezeigt werden, er Russisch mit einem weiteren ……


03

Peters Seitenwechsel

Von Christine Dériaz
Gleich zwei Ikonen, für manche eher enfants terribles der österreichischen Kultur, nämlich Peter Kern und Peter Handke, sind Thema dokumentarischer Betrachtung. Kern von Veronika Franz und Severin Fiala ist ein sensibles, polterndes, fuchtelndes, lustiges peterkerniges Portrait. In den knapp zwei Jahren, in denen dieser Film über ihn entstand, drehte Kern selbst gleich vier eigene Filme. Und so mischt er sich auch während des gesamten Films in die Dramaturgie ein, hält den Filmemachern vor, konzeptlos zu sein, ihn zu stören, ihn zu sezieren, ihm bildzeitungsgleich auf die Pelle zu rücken, ……


02

Bauernopfer

Von Christine Dériaz
Österreich entwickelt sich, seit geraumer Zeit schon, zu einem Lieferanten großer und starker Dokumentarfilme, und auch dieses Jahr ist der Anteil der Dokus auf der Diagonale wieder gewachsen und übersteigt mittlerweile die Zahl der Spielfilme. Bleibt zu fragen, inwieweit das einer echten Vorliebe für Dokumentarisches entspringt oder auch der stetig sinkenden Filmförderung zuzuschreiben ist, sind doch Dokumentarfilme leichter mit kleinem Etat und viel Selbstausbeutung zu verwirklichen als Spielfilme. Für den Zuschauer ist das natürlich egal, kann er sich doch an leinwandfüllenden Filmen ……


01

Spanische Eröffnung

Von Christine Dériaz
Kein Festival ohne feierliche Eröffnung, ohne geladene Gäste, und besonders: ohne Eröffnungsrede durch die Festivalleitung. In Barbara Pichlers zorniger Rede kreiste dann auch vieles um die ökonomischen Aspekte von Kunst und Kultur, oder eigentlich eher um den Rückgang der finanziellen Unterstützung in Österreich, ein Rückzug der die Gesellschaft ärmer macht, weil die Kultur dabei an Raum verliert. Aktueller Anlaß: der Ausstieg einer der Hauptsponsoren, aber auch allgemeine Kürzungen im Kulturetat. Polemisch gezeichneten Gegensatzpaare wie »Kultur oder Kindergärten« darf man so nicht ……

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