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Das ortlose Kino

Über Marguerite Duras

Lars Henrik Gass
191 Seiten
12,50 Euro
ISBN 3-9806313-3-8
Der bekannten Schriftstellerin Marguerite Duras wird mit »Das ortlose Kino« ein Buch gewidmet, das sich vordergründig mit ihrem filmischen Schaffen beschäftigt. Lars Henrik Gass, seit 1997 Leiter der Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu Film und Fotographie, nähert sich der Künstlerin erstmals in Hinblick auf die Weiterentwicklung ihres ästhetischen Programms anhand ihrer Arbeit als Regisseurin. Das Buch liefert einen tiefen und analytischen Einblick in das kinematographische Werk einer der herausragendsten französischen Autorinnen des 20. Jahrhunderts und unterstreicht die Ausnahmestellung Marguerite Duras' in der europäischen Literatur und Filmkunst.

Marguerite Duras ist eine der renommiertesten französischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, und Romane wie »La Douleur« (Der Schmerz), »Le Marin de Gibraltar« (Der Matrose von Gibraltar) und vor allem »L'Amant« (Der Liebhaber) haben ihrer Verfasserin zu Weltruhm verholfen.

Doch wird oft übersehen, daß das Oeuvre der Französin nicht nur aus Romanen, Erzählungen und Theaterstücken besteht, sondern daß sie auch von den 60er bis in die 80er Jahre hinein nicht nur eine große Anzahl an Drehbüchern - Hiroshima Mon Amour wurde für den Oscar für das beste Originaldrehbuch nominiert - schrieb, sondern auch selber Regie führte. Ihr kinematographisches Schaffen bestand jedoch nicht aus einer reinen Adaption des geschriebenen Wortes an die Leinwand im Sinne der traditionellen Literaturverfilmung. Marguerite Duras versuchte im Film vielmehr eine neue Art des künstlerischen Ausdrucks zu finden und die Grenzen, die ihr das geschriebene Wort zu setzen schienen, zu sprengen. Heraus kamen kleine Meisterwerke wie Natalie Granger (1972), India Song (1975) und Le Camion (1977), letzterer mit einem jungen Gérard Depardieu in der Hauptrolle.

Ihre Filme waren für die bedeutendsten Auszeichnungen der europäischen Filmindustrie, etwa die Goldene Palme von Cannes und den Goldenen Bären von Berlin, nominiert.

Lars Henrik Gass, der seit 1997 die Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen leitet und schon zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich Film und Fotographie publizierte, unternimmt in seinem Buch »Das ortlose Kino: Über Marguerite Duras« erstmals den Versuch, das filmische Schaffen der Autorin nachzuzeichnen, indem er ihre Hinwendung zum Film weniger als Absage an die Literatur und somit als bloße Veränderung des Mediums sieht, sondern mehr als einen für sie notwendigen Schritt, ihre ästhetische Vision weiterverfolgen zu können. Marguerite Duras' Filme sollen gelesen werden wie ein Buch - und doch durch die erweiterten ästhetischen Möglichkeiten des Mediums Film die eng gesetzten Grenzen des gedruckten Wortes sprengen.

Gass zeichnet in seinem Buch kein Porträt der Autorin anhand ihrer Biographie oder einer chronologisch angeordneten Analyse ihres künstlerischen Schaffens, sondern versucht, die künstlerische Vision von Marguerite Duras anhand ihrer wichtigsten Filme herauszuarbeiten und damit ein Gesamtbild ihrer filmischen und literarischen Ästhetik zu entwerfen. In diesem Zusammenhang zeigt der Autor exemplarisch auf, wie Film und Literatur als Teil eines künstlerischen Gesamtwerkes einer Schriftstellerin koexistieren können, ohne daß das Buch die dominierende Rolle übernehmen muß.

Lars Henrik Gass, geb. 1965 in Kaiserslautern, studierte Literatur- und Theaterwissenschaft und Philosophie; zunächst freischaffender Autor; 1996/97 Geschäftsführer des Europäischen Dokumentarfilm Instituts in Mülheim an der Ruhr; seit 1997 Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Zahlreiche Texte zu Photographie und Film.

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