— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Cabin Fever

USA 2002. R,B: Eli Roth. B: Randy Pearlstein. K: Scott Kevan. S: Ryan Folsey. M: Angelo Badalamenti, Nathan Barr. P: Black Sky Entertainment. D: Jordan Ladd, Rider Strong, James DeBello, Cerina Vincent, Joey Kern, Arie Verveen, Matthew Helms u.a.
94 Min. Tiberius ab 29.7.04

Schockt nicht

Von Frank Brenner In der Abenddämmerung streift der Jäger mit einem erlegten Hasen durch die herbstlichen Wälder Nordamerikas. Als er seine Beute stolz seinem Jagdhund präsentieren will, kann er entsetzt nur noch dessen Tod feststellen. Mit viel Theatralik und eimerweise Kunstblut wird der Hundekadaver vorgeführt, und der Zuschauer muß entsetzt feststellen, daß er in einem schlechten Horrorfilm gelandet ist. In der Folge können darüber gar keine Zweifel mehr aufkommen, denn jeder der Protagonisten verhält sich so, wie er sich nie verhalten würde, es sei denn, er agiert in einem schlechten Horrorfilm.

Eine Gruppe Teenager, die ihre Ferien in einer Waldhütte verbringen wollen, kommen schon zu Beginn in Kontakt mit seltsamen Hinterwäldlern. In der Hütte angelangt, folgt eine denkwürdige Begegnung mit dem Jäger, der sich durch den Kadaver seines Hundes ein tödliches Virus eingefangen hat, wodurch zunächst die Haut zu bluten beginnt und schließlich der Infizierte zu einem aggressiven, blutspuckenden Etwas degeneriert. Klar, daß sich das Virus weiter ausbreitet.

Der Splatterfilm für Arme strotzt nur so vor Unwahrscheinlichkeiten. Diese sollen mal der Spannungssteigerung dienen (anders ist wohl nicht zu erklären, daß das wehrlose Mädchen auf der Suche nach Hilfe alleine loszieht, während die beiden jungen Männer im Team aufbrechen), mal den Voyeur im Zuschauer befriedigen (warum sollte sich sonst die sterbende Infizierte in der Badewanne aufreizend die Beine rasieren?) und mal für zusätzliche Schockeffekte sorgen (warum sollte der noch gesunde Held sonst das Risiko einer Infektion auf sich nehmen und eine Leiche dermaßen genau untersuchen wollen, über deren Identität er sich sowieso schon im Klaren ist und der er ohnehin nicht mehr helfen kann?). Regisseur Roth verwechselt Schockeffekte mal wieder mit Spannungsaufbau und übersieht die hanebüchensten Unwahrscheinlichkeiten, um Pseudomystik und schale Ironieversuche in seinem Film plazieren zu können. Anflüge einer Gruselatmosphäre sind zwar vorhanden, aber der uninspirierte und geradezu alberne Umgang mit Kunstblut erstickt die guten Ansätze im Keim. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap