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Rollerball

USA 2001. R: John McTiernan. B: Larry Ferguson, John Pogue. K: Steve Mason. S: John Wright. M: Eric Serra. P: Helkon Media, Atlas Entertainment, Toho-Towa. D: Chris Klein, Jean Reno, LL Cool J, Rebecca Romijn u.a.
98 Min. Helkon ab 28.03.02
Von Holger Liepelt Eigentlich sollte Rollerball schon letzten Sommer gestartet sein. Warum der Verleih den Film immer wieder verschoben hat, ist einfach: es gibt keinen rechten Grund, ihn zu zeigen.

Rollerball gibt es ja schon einmal, und Actionspezialist John McTiernan kann in seiner Neuauflage dem Original nichts hinzufügen. Auch in diesem Rollerball müssen die Spieler eines Zukunftssportes um ihr Leben fürchten, sobald die Manager mitbekommen, daß mit der Zahl der Verletzten in der Arena auch die Wetteinnahmen steigen. Und auch hier setzen sie sich gemeinsam zur Wehr, sobald eine Grenze der Brutalität überschritten wird.

Die Unterschiede zum Original sind minimal: die Spieler sind nun nach Wrestlingart individuell kostümiert und benannt, das Spiel wird – natürlich – nun auf Inlineskates statt Rollschuhen gespielt. Fehlen originelle Ideen, sollten wenigsten gewisse Schauwerte geboten werden, aber auch hier bleibt Rollerball wenig spektakulär. Die Jagd nach der Stahlkugel ist zwar rasant, aber nach heutigen Actionstandards wird höchstens Mittelmaß geboten. Eine Szene hebt sich optisch heraus: eine lange Verfolgungsjagd bei Nacht wird völlig unmotiviert wie durch ein Nachtsichtgerät gefilmt. Alles ist grün in grün, verschwommen, die wenigen Lichter überstrahlen das ganze Bild. Dadurch ergibt sich ein schöner Überraschungsmoment. Der Rest ist optisches Einerlei: Ein und dieselbe Lagerhalle wurde gleich vier Mal für die Spiele recycelt.

Die auffälligste Neuerung ist, daß Rollerball nun nicht in einer fernen, sondern in einer sehr nahen Zukunft spielt. Offensichtlich haben Kommerz und Korruption den realen Profisport schneller vereinnahmt, als sich das ein Science-fiction-Autor träumen konnte – wo doch im Regelfall Zukunftsvisionäre sich Entwicklungen immer deutlich schneller vorstellen. Daß die Veranstalter als Profiteure der Wettkämpfe Gesundheit und Leben der – von den Managern wie Leibeigene behandelten – Spieler riskieren, um den Gewinn zu maximieren, nimmt der Zuschauer ohne weiteres hin. Derartiges traut man den Hintermännern im Sport bereits jetzt schon zu. Diese Erkenntnis über den eigenen Pessimismus läßt einen doch nachdenklich werden – aber dazu muß man diesen Film nicht gesehen haben. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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