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The Mighty

USA 1998. R: Peter Chelsom. B: Charles Leavitt. K: John de Borman. M: Trevor Jones. S: Martin Walsh. D: Sharon Stone, Elden Henson, Kieran Culkin, Harry Dean Stanton u.a.
100 Min. Scotia. ab 6.5.99
Von Ralf Möller Daß Kinder grausam sein können, haben wir alle, wenn auch nicht unbedingt am eigenen Leib, schon einmal miterlebt. Meist trifft es die Außenseiter. Denn über das Andersartige kann man sich sehr leicht lustig machen.

Doch was, wenn sich die Gescholtenen zusammentun, wie in Peter Chelsoms neuem Film The Mighty? Da wäre zum einen Max, ein Junge so groß wie ein Baum, der die Weisheit jedoch nicht unbedingt mit Löffeln gefressen hat, und zum anderen Kevin, der sich trotz seiner körperlichen Behinderung nicht unterkriegen läßt und über den seine Mutter im Spaß gerne sagt, daß sie wohl einem 7 1/2 Pfund-Wörterbuch das Leben geschenkt hat. Der Kopf und der Körper als eine perfekte Symbiose für diese Welt.

Wenn Kevin auf Max's Schultern reitet, fühlt man sich bei diesem Anblick an den Master Blaster aus Mad Max Beyond the Thunderdome erinnert. Auch diese Figur vereinte einen cleveren Krüppel und einen kindlichen Deppen. Doch in The Mighty wird Kevin für Max zum Tutor. Er zeigt ihm, daß man im Leben trotz der Behinderung oder Andersartigkeit alles erreichen kann.

Nach dem in den USA äußerst erfolgreichen Kinderbuch »Freak, the Mighty« von Rodman Philbrick ist Funny Bones-Regisseur Peter Chelsom ein wunderbares Werk über zwei Außenseiter gelungen, das zwar ab und zu sentimental, aber nie kitschig wird. Ein Film, der mit brillanten Dialogen und hervorragenden Darstellern zu überzeugen weiß und ein wenig wie eine grandiose Kinderversion von Terry Gilliams überschätztem The Fisher King wirkt.

Neben Elden Henson als Max und Kieran Culkin als Kevin kann vor allem Sharon Stone als Kevins Mutter sehr überzeugen. Während Gena Rowlands und Harry Dean Stanton als Gram und Grim – was für Namen – leider die Charge ein wenig übertreiben. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #14.
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