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Laskar pelangi – The Rainbow Troops

Laskar pelangi. RI 2008. R,B: Riri Riza. B: Salman Aristo, Mira Lesmana. K: Yadi Sugandi. S: Waluyo IchwandiarDono. M: Sri Aksan Sjuman, Titi Handayani Sjuman. P: Miles Films, Mizan Productions. D: Cut Mini Theo, Ikranagara, Tora Sudiro, Slamet Rahardjo, Mathias Muchus, Rieke Dyah Pitaloka u.a.
124 Min.

Die indonesische Klasse

Von Kyra Scheurer Für das Grundrecht auf Bildung tritt dieser indonesische Film von Riri Riza ein, und er hat so gar nichts mit den titelgebenden »Truppen« zu tun. Die Regenbogenkämpfer sind vielmehr eine Handvoll Schüler einer von der Schließung bedrohten Dorfschule, denen unaufgeregt und doch mit viel Gespür für zwischenmenschliche Details zugesehen wird beim Erkunden, Spielen, Streiten, Zweifeln, Verlieben, dem »Lernen für das Leben« im besten Sinne also. Auf der Insel Belitung in den späten 1970er Jahren werden neun Jungen und ein Mädchen über ihre sechs Schuljahre hinweg begleitet – ständig ist die Armenschule von der Schließung bedroht, müssen eine junge Lehrerin und ihr zunehmend kränkerer Mentor, der Direktor, für den Erhalt von Lehrbetrieb und marodem Schulgebäude kämpfen. Kreative Strategien, echtes Interesse an Materie und Menschen sind das Energiereservoir, aus denen die Figuren schöpfen und aus denen auch der Film seine Kraft bezieht. Auf den Erinnerungen des Bestsellerautors Andrea Hirata beruhend ist die mit dem französischen Sein und Haben vergleichbare Produktion in ihrem Heimatland der größte Leinwanderfolg der Filmgeschichte – ob der sympathische kleine Film auch hierzulande den Weg in die Kinos schafft, ist wie so oft fraglich. Dabei kann man als westlich geprägter Zuschauer über das Durchleben der berührend erzählten Handlung hinaus ganz nebenbei wirklich viel lernen über den Alltag im gemäßigten Islam, das Miteinander der Geschlechter, Klassen und Systeme und nicht zuletzt darüber, wie man gegen äußere Widerstände unbeirrbar seinen eigenen Weg geht. 2009-02-17 13:58

Info

gesehen im Panorama der Berlinale 2009
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