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Mortal Beauty – Fluch der Schönheit

Mask Under Mask. D 2002. R,S: Markus Goller. B: Marc Meyer. K: Alexander Fischerkoesen. M: Mario Schneider. P: Cine Media Film, Studio Babelsberg, TTD Checkpoint Berlin Filmproductions GmbH. D: Anatole Taubman, Rita Lengyel, Götz Otto, Daniel Aminati, Milton Welsch, Axel Neumann, Claudia Grünberg, Suzanne von Borsody u.a.
97 Min. EuroVideo ab 12.8.10

Sp: Deutsch (DD 5.1.). Ut: keine. Bf: 1.85:1 anamorph. Ex: Interviews, Making of, Audiokommentar mit dem Regisseur, Entfallene Szenen, Biographien der Schauspieler.

Reich und schön

Von Carsten Tritt Mortal Beauty, der im Kino noch Mask Under Mask hieß, ist wohl derjenige der drei Planet-B-Filme (siehe dazu auch die Kritik zu Antrage, dessen strahlender Held Götz Otto hier erneut äußerst positiv auffällt, diesmal allerdings als verschlagener Bösewicht), dem man seine Intention als B- und Genrefilm am wenigsten ansieht: Führte man ihn einem unwissenden Arthousepublikum vor, würden es die meisten Zuschauer wohl schlucken.

Angesiedelt in einer düsteren Märchenwelt, vielleicht irgendwo in den Anden, hausen dort die Schönen und Makellosen in ihrem Turm, während die Häßlichen in Armut ihr Leben fristen müssen. Herrscher Valdez, nach einer Untat zulasten der selbst verfluchten Alyssa de Espella entstellt, wird vom Intriganten Gomez gestürzt und aus dem Turme verbannt, um nun unter den Geächteten zu leiden und seine Liebe zu Alyssa zu erkennen.

Markus Gollers mit Musicaleinlagen versehene Satire auf die Botoxgesellschaft verinnerlicht das Spiel mit dem falschen Schein in Konsequenz, wenn seine phantasievollen Kulissen und Kostüme das minimale Budget stets radikal verdecken, und Pappmache im kleinen Studio als Ballsaal voll Gold und Seide inszeniert wird. So sicher ist Goller sich in seiner Inszenierung, daß er sich sogar die Freiheit genommen hat, einen fetten Fehler im Film zu lassen, wenn in der vorletzten Einstellung ein unvorsichtiger Komparse gegen eine der vermeintlich den Palast tragenden Marmorsäulen stößt und diese sodann nach rechts aus dem Bild kippt – aber da wird schon so ausgelassen getanzt, daß dies ein argloser Zuschauer kaum bemerken wird. Auch die Außenwelt ist ausschließlich im Studio nachgestellt, auf die von oben ein fahles und kaltes Scheinwerferlicht fällt, und während im Inneren des Turmes luhrmannscher Überschwang herrscht, wartet draußen der gilliamsche Albtraum.

Der finanzielle Notstand wird dabei auch in filmkünstlerische Intelligenz verwandelt, bestes Beispiel ist hier eine Tanzszene von Alyssa und Valdez, in der eine mittanzende Steadicam nicht machbar war und statt dessen die Rhythmisierung des Bildes viel innovativer und effektvoller über eine Reihe von Achsensprüngen gelöst wurde.

Es wurde Zeit, daß Mortal Beauty dank der DVD-Veröffentlichung endlich wieder wachgeküßt wurde. Zur technischen Qualität der DVD muß allerdings auf das schon im letzten Absatz der Antrage-Kritik geschriebene verwiesen werden: Auch hier ist die Bildqualität des Bonusmaterials schlimm, offenkundig aus denselben, der Produktionsgeschichte geschuldeten Gründen, während die Qualität des Hauptfilms akzeptabel ist. 2010-08-18 10:04

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