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My Sassy Girl

Yeopgijeogin geunyeo. ROK 2001. R,B: Jae-young Kwak. K: Sung-Bok Kim. S: Sang-Beom Kim. M: Hyeong-seok Kim. P: Shin Cine Communications. D: Cha Tae-hyun, Jun Ji-hyun, Kim In-mun, Jin-hie Han, Sook-hee Hyun, Wok-suk Song, Yang Geum-Seok, Kim Il-woo u.a.
119 Min. Splendid ab 25.6.10

Sp: Deutsch (DD 5.1), Koreanisch (DD 2.0). Ut: Deutsch. Bf: 1.78:1 anamorph. Ex: Making Of, Interviews.

Pöbeln auf Zeit

Von Julian Bauer Gianna Jun pöbelt, schluckt Aufgestoßenes wieder herunter, kotzt, prügelt und zwängt ihr männliches Opfer in weibliche Modekonventionen. My Sassy Girl ist »die erfolgreichste Liebeskomödie Koreas«. Gianna Jun spielt die weibliche Hauptrolle einer getriebenen, nicht anbindbaren jungen Frau, die auf einen verunsicherten jungen Mann trifft, der sich trotz ihrer Schikanen unhaltlos in sie verliebt. Kinematographisch keine Glanzleistung, ist dieser Film auch trotz steter alberner Witzeleien vermutlich doch um einiges interessanter als die romantischen Komödien der Vereinigten Staaten.

Der Nervenkitzel liegt hier in der Verkehrung von Geschlechterdissonanzen. Sie verbleibt jedoch immer im Korsett eines vorbildlichen Rahmens. Der junge Mann wird eingeführt als einer, der die ersten Jahre seines Lebens von seinen Eltern als Mädchen erzogen wurde, wohingegen die junge Frau ganz nach ihrem Vater kommt. Der eine sissy, die andere sassy. So ist der Film eine verspätete Coming-of-Age-Geschichte, in der sich die Protagonisten in vorgefertigte Rollen am Ende einpassen können. Sissy wird sassy und umgekehrt. Besonders im Falle von Gianna Juns Rolle ist das nahezu tragisch, weil sich ihr ganzer Charakter am Ende aus einer tiefen Traurigkeit erklärt, die zu überwinden sie endlich zu einer richtigen Frau machen wird. Manche Verwandlungen vom häßlichen Entlein zum schönen Schwan wollen nicht gesehen werden. So verbleiben die Brüche in den Geschlechteridentitäten nur komödiantisches Element, das zur Abgrenzung mit dem Ernst des Lebens abgelegt werden muß. So wie Zeitbrüche in der erzählenden Montage Spannung erzeugen, niemals aber Nachhaltigkeit, wenn sie einzig filmtechnisches Element verbleiben. Ein kurzer Spaß also – aber eben doch ein Spaß.

Die DVD dieses Films kommt mit wenigen Extras, die allesamt aber auch kaum erwähnenswert sind. 2010-09-22 13:31

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